Kaffeepads: Außergewöhnliche Aromen praktisch verpackt

Ein Kaffeepad bezeichnet eine Portion Kaffeepulver (sieben Gramm), die – ähnlich wie ein Teebeutel – in Zellulose verpackt ist. Schon in den 70er-Jahren haben Kaffeeröster wie Illy bzw. der italienische Erfinder Antonio Di Leva das Prinzip des Teebeutels auf den Kaffee übertragen.

Antonio Di Leva erfand für Illy die Espresso-Pads

Allerdings hat es bis in die 1990er-Jahre gedauert, bis sich Kaffeepadmaschinen auf dem Markt durchgesetzt haben – wesentlich dazu beigetragen hat das Senseo-System, das vom Unternehmen Philips in Zusammenarbeit mit dem Kaffeeröster Douwe Egberts entwickelt wurde. Inzwischen gibt es zahlreiche Nachfolgesysteme, z.B. von Melitta, Jacobs oder Tchibo.

Pads für Heißgetränke jeder Art

Wurden zu Beginn des Siegeszuges der Kaffeepadmaschine nur Kaffeepads angeboten, die Kaffeestärken von mild bis stark abdeckten, können Kaffeeliebhaber heute zwischen zahlreichen Sorten und Mahlgraden wählen. Selbst Cappuccino-Pads werden inzwischen angeboten: Ihnen wird Milchpulver zugefügt, um so das typische Cappuccino-Aroma zu erreichen. Außerdem können in den Kaffeepad-Maschinen nun auch Schokoladenpads und Teepads zubereitet werden. Die jeweilige Maschine kann allerdings meistens nur mit den eigenen Pads befüllt werden – die Kaffeepads von Fremdanbieter sind nicht kompatibel. Inzwischen gibt es allerdings auch einige Maschinen, die mit verschiedenen Pads funktionieren.

  • Die Vorteile: Einfache und schnelle Zubereitung von idealem Espresso mit Crema
    Die Kaffeepadmaschinen sind neben den typischen Siebträger-Espressomaschinen jene Kaffeegeräte, die tatsächlich einen perfekten Espresso zubereiten können. Das Wasser in der Maschine wird erhitzt und schießt anschließend mit einem Druck von bis zu 1,4 Bar durch das Kaffeepad – so entsteht ein idealer Espresso mit Crema. Im mit Zellulose umwickelten Kaffepad bleiben die Aromen des Kaffees erhalten und verflüchtigen sich nicht. Dank der praktischen Portionierung kann rasch Kaffee zubereitet werden, die Handhabung der entsprechenden Maschine ist einfach.
  • Die Nachteile: Relativ teuer & herstellergebunden
    So praktisch die Kaffeepads auch sind – sie haben auch Nachteile. Der größte Minuspunkt ist sicherlich der hohe Preis: Ein Kaffee, der mit einem Pad zubereitet wurde, ist deutlich teurer als Kaffee aus der Kanne. Der Preis pro Gramm Kaffee im Pad ist höher als jener des Kaffeepulvers im Supermarkt. Im Schnitt kostet eine Tasse Kaffee, zubereitet mit einem Pad eines Markenherstellers, im Schnitt 22 Cent. Wird der Espresso mit einer Kapsel zubereitet (z.B. Nespresso), dann schlägt das Heißgetränk mit 25 Cent aufwärts zu Buche. Wer ein halbes Kilo Pulverkaffee kauft und damit seinen Kaffee kocht, bezahlt pro Tasse nur sieben bis zehn Cent.

Kaffeepads sind kompostierbar, Kaffeekapseln nicht

Ein weiterer Aspekt, der für immer mehr Menschen eine Rolle spielt, ist der Umweltschutz. Umweltfreunde sollten auf den „E.S.E. Standard“ achten, eine Normierung, die vom Istituto Nazionale Espresso Italiano festgelegt wurde. Laut dem „Easy Serving Espresso“ Standard müssen in jedem Pad sieben Gramm Kaffee enthalten sein, dieses ist mit 0,2 Gramm Papier zu umwickeln. Die Kaffeepads, die dem „E.S.E Standard“ entsprechen, sind also biologisch abbaubar und können getrost auf dem Komposthaufen entsorgt werden. Anders sieht es mit den Kaffeekapseln aus, die z.B. von Nespresso produziert werden: Die Aluminiumkapseln benötigen einerseits viel Energie in der Herstellung und verursachen zudem noch Müll.