Kaffeepadmaschine: Test und Tipps für den Kauf

Bereits in den 70er-Jahren hatte der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé das Nespresso-System patentieren lassen. Nach der Markteinführung in den 1980er-Jahren war Nespresso zuerst ein Flop – erst anfangs der 2000er-Jahre begann der Aufstieg der Kaffeekapselmaschine von Nestlé, unterstützt durch eine massive Werbekampagne, für die George Clooney engagiert wurde. Seit der Einführung der Nespresso-Maschine konnten bereits über eine Million Geräte verkauft werden – der Marktanteil von Nespresso stieg auf über 20 %. Inzwischen sind jedoch andere Anbieter nachgezogen und haben ihre eigenen Kaffeekapselmaschinen bzw. Kaffeepadmaschinen, die nach einem ähnlichen Prinzip funktionieren, am Markt lanciert. Marktführer im Bereich Kaffeepadmaschinen sind Philips mit Senseo (z.B. Quadrante, Twist oder Viva Café ), beliebt sind auch die Kaffeemaschinen von WMF.

Kaffeepadmaschine oder Kaffeekapselmaschine?

Während die Pads meist nur aus Papier bzw. aus zwei Lagen Zellstoff  bestehen, werden die Kapseln aus Aluminium hergestellt. Das Aroma des frischen Kaffees bleibt in den Aluminium-Kapseln besonders gut erhalten – der große Nachteil der Aluminium-Kapseln ist allerdings der viele Müll, der dadurch produziert wird und der hohe Energieaufwand, mit denen die Kapseln erst hergestellt werden müssen. Inzwischen gibt es allerdings auch Kapseln, die biologisch abbaubar sind, z.B. von Senseo bzw. Philips.

Die Kaffeepads, die aus reinem Zellstoff bestehen, sind hingegen allesamt biologisch abbaubar und können nach Gebrauch direkt auf den Komposthaufen gegeben werden. Das erste Kaffeepadsystem wurde von Philips in Zusammenarbeit mit dem Kaffeeröster Douwe Egberts entwickelt – heute können die weichen Kaffeepads in der hauseigenen Kaffeepadmaschine „Senseo“ hergestellt werden. Die Pads sind übrigens nach einem Standard vom Istituto Nazionale Espresso Italiano normiert worden – dieser Standard nennt sich E.S.E, „Easy Serving Espresso“.
Ein Pad besteht aus 0,2 Gramm Papier und 7 Gramm Kaffee und ist voll biologisch abbaubar.

So funktioniert die Portionskaffeemaschine

Als Kaffeepadmaschine oder Portionskaffeemaschine wird ein Gerät für die Kaffeezubereitung benannt, das mit Pads oder Kapseln arbeitet. Der große Vorteil dieser Maschinen ist die rasche und unkomplizierte Zubereitung von Kaffee bzw. Espresso und von anderen Heißgetränken wie Tee oder Kakao. Der Pad wird ganz einfach in die entsprechende Haltervorrichtung des Gerätes gelegt. Das Wasser im Wassertank wird auf etwas über 90 Grad Celsius erhitzt und innerhalb von 40 Sekunden mit viel Druck durch die Kapsel gepresst. Die spezielle Schaumkammer sorgt für die typische Crema des Espressos. Einige Maschinen ermöglichen die gleichzeitige Zubereitung von zwei Tassen, wieder andere sind zusätzlich mit einem Milchaufschäumer ausgestattet, um auch Kaffeespezialitäten wie Cappuccino zubereiten zu können. Meist genügt nur ein Knopfdruck, um einen Espresso zuzubereiten.

Die Vorteile und Nachteile der Kaffeepadmaschine

Kaffeepad- und Kaffeekapselmaschinen eignen sich vor allem für Singlehaushalte und für all jene, die ab und zu schnell einen Espresso zubereiten möchten. Ein Überblick über die Vor- und Nachteile der Kaffeepadmaschine, z.B. die Senseo von Philips:

Vorteile

 

  • rasche Zubereitung
  • einfache Bedienung
  • toller Espresso mit Crema
  • aromadichte Aufbewahrung in Pads und Kapseln
  • einfache Reinigung

Nachteile

  • höherer Kaffeepreis pro Tasse
  • geringere Variationsmöglichkeiten bei der Kaffeesorte
  • Bindung an den Hersteller
  • bei Systemen mit Aluminiumkapsel viel Müll und hohe Umweltbelastung

Kauf einer Kaffeepadmaschine: Darauf sollten Sie achten

Wer sich in naher Zukunft eine Kaffeepadmaschine bzw. eine Kapselmaschine zulegen möchte, hat die Qual der Wahl – wie die Auflistung weiter unten zeigt. Inzwischen gibt es eine große Auswahl an Kaffeemaschinenherstellern und Padsystemen. Wir zeigen, worauf Sie beim Kauf der Kaffeemaschine achten sollten:

  • Brühdruck: Nur wenn das Wasser mit einem bestimmten Druck in das Pad schießt, kann anschließend eine Tasse köstlicher Espresso genossen werden. Der Brühdruck ist ausschlaggebend für das Aroma des Kaffees und für die Crema. Der Druck sollte zwischen 1,2 und 1,4 Bar liegen  – diesen erreichen nur die klassischen Siebträgermaschinen oder aber die Kapsel- bzw. Padsysteme.
  • Leistung: Für einen hohen Druck ist auch die Leistung des Modells ausschlaggebend. Idealerweise liegt diese zwischen 1.500 und 1.799 Watt. Bei höherer Leistung kann das Wasser schneller aufgeheizt und der Kaffee schneller zubereitet werden.
  • Wassertank: Wie viele Kaffees bereiten Sie täglich zu? Wer nur morgens schnell einen Espresso trinkt, kommt auch mit einem kleinen Wassertank von etwa 0,5 Liter aus. Ansonsten besser zu einem Gerät mit einem größeren Tank greifen. Praktisch für Reinigung und Nachfüllen ist ein herausnehmbarer Wassertank.
  • Wasserfilter: Der Kalkgehalt des Wassers hat Einfluss auf den Geschmack des Kaffees. Ein Wasserfilter sorgt für den idealen Härtegrad und verhindert Verkalken.
  • Zusätze, wie z.B. Milchaufschäumer: Wer Kaffee-Milchspezialitäten wie Latte Macchiato oder Cappuccino liebt, sollte zu einer Maschine mit einem integrierten Milchaufschäumer greifen. Praktisch sind auch eine automatische Abschaltfunktion und ein automatisches Reinigungssystem.
  • Bedienung: Sie sollte natürlich so einfach wie möglich sein, ideal sind einige wenige selbsterklärende Tasten.
  • Design: Hier sind Geschmäcker verschieden – die Auswahl ist inzwischen allerdings so groß, dass bestimmt jeder die passende Kaffeepadmaschine findet. Die Farben reichen vom einfachen Schwarz bis hin zu Farben wie „Snow White“.
  • Umweltfreundlichkeit, z.B. Stromverbrauch und Müll: Eine höhere Leistung in Watt bedeutet auch ein höherer Stromverbrauch. Wer die Umwelt schonen möchte, greift besser zu einer Kaffeepadmaschine, die mit weichen Zellstoff-Pads funktioniert als zu einer Kapselmaschine, die Aluminium-Kapseln benötigt.
  • Folgekosten: Überprüfen Sie die Kosten für die Pads bzw. die Kapseln. Sie sind grundsätzlich deutlich teurer als das Kaffeepulver aus dem Supermarkt, aber auch hier gibt es Preisunterschiede zwischen den Herstellern. Eine Tasse Nespresso-Kaffee kostet im Schnitt zwischen 30 und 40 Cent. Pads von einigen Konkurrenten kosten die Hälfte.

Die bekanntesten Kaffeepadsysteme und ihre Anbieter

Nespresso hat mit seiner Kaffeekapselmaschine den Weg für die Kaffeepadmaschinen in die Haushalte bereitet – inzwischen gibt es allerdings eine Reihe von Nachfolge-Maschinen, die nach demselben Prinzip funktionieren.

  • Nespresso von Nestlé
  • Tassimo von Kraft Foods und Bosch
  • Senseo von Douwe Egberts und Philips
  • Cafissimo von Tchibo
  • Caffita von Ècaffè und Gaggia
  • Dolce Gusto von Nestlé und Krups
  • MyCup von Melitta
  • Expressi von Aldi

Pflegetipps für die Kaffeepadmaschine

Damit Ihnen die Maschine lange erhalten bleibt, sollten Sie diese regelmäßig entkalken, entweder durch entsprechende Zitronensäure-Mittel oder über das automatische Programm. Auch die Abtropfschale sollte regelmäßig gereinigt werden, genauso wie der Wassertank. Wer sparen möchte, kann die Angebote im Bereich Versand nutzen: z.B. gibt es auf der Senseo Webseite immer wieder Sonderaktionen für vergünstigte Pads. Die Original Artikel werden dann zu einem niedrigeren Preis angeboten. Auch auf Amazon gibt es immer wieder Angebote für vergünstigte Kaffeepadmaschinen, z.B. für die Senseo Latte Select bzw. die Philips HD7854/60.