Die Italienische Kaffeemaschine: Siebträger-Espressomaschine und Mokka-Kanne

Der café gehört zur italienischen Lebensart – wie sonst nur Pasta und Pizza. Der Durchschnitts-Italiener beginnt seinen Tag beim barista seines Vertrauens, der ihm einen starken espresso zubereitet. Meist wird das Frühstück mit einem cornetto und einem Blick in die „Repubblica“, Italiens auflagenstärkste Zeitung, ergänzt. Der nächste Espresso wird nach dem Mittagessen genossen, es folgt ein Latte Macchiato oder Cappuccino während des Nachmittags.

 

espressomaschine mit sieb

Der gemahlene Kaffee wird portioniert

Nach dem Abendessen folgt wieder ein Espresso – meist gemeinsam mit dem dolce, einer leckeren Nachspeise. Kaffee hat in Italien also einen besonderen Stellenwert. Die Kaffeezubereitung selbst wird von zwei verschiedenen Varianten der italienischen Kaffeemaschine übernommen: In Bars und Restaurants wird der Kaffee mit einer Siebträger-Espressomaschine zubereitet, während zuhause vor allem die Mokka-Kanne bzw. die „caffettiera“ zum Einsatz kommt.

Die Siebträger-Espressomaschine – typisch Italienischer Espresso

Bis vor zehn Jahren waren die großen Siebträger-Espressomaschinen vor allem in der Gastronomie anzutreffen – in Italien ist das heute noch so, weil der café am Morgen traditionell in einer Bar getrunken wird. In Deutschland haben sich allerdings inzwischen zahlreiche Kaffeeliebhaber selbst auf die Suche nach einer eigenen Siebträger-Espressomaschine gemacht und sich diese zugelegt: Bei diesem Gerät wird das Kaffeepulver entweder frisch gemahlen oder als Kaffeemehl gekauft, in einen Sieb gegeben, der in einer Halterung mit Henkel eingefasst ist.

Für den perfekten Espresso: 9 Bar Druck, 94 Grad heißes Wasser

Dieses Sieb wird anschließend mit einem Dreh an der Espressomaschine befestigt. Das auf 90-95 Grad Celsius erhitzte Wasser schießt mit einem Druck von 9 Bar durch den Kaffee – heraus kommt ein köstlicher Espresso mit leckerer Crema.

Die Siebträger-Espressomaschine ist ideal für alle Kaffeeliebhaber, die auch zu Hause nicht auf den perfekten Espresso verzichten möchten. Die meisten Geräte haben eine Milchaufschäumdüse integriert, so dass auch Kaffeespezialitäten wie Latte Macchiato oder Cappuccino einfach zubereitet werden können. Viele Geräte erlauben es, zwei Tassen Espresso gleichzeitig zuzubereiten.

Siebträgergeräte mit guter Verarbeitung und einem tollen Aroma gibt es bereits ab einem Preis von ca. 120 Euro. In einem Test der Stiftung Warentest im Jahr 2013 schloss die „Aroma Chrom“ von Saeco besonders gut ab. Sie ist für einen Preis von etwa 260 Euro zu haben. Wer eine der Kaffeemaschinen günstiger kaufen möchte, kann sich mit diversen Herstellern in Kontakt setzen oder eventuell die Kleinanzeigen durchgehen und dort eine gebrauchte Maschine erstehen.

Die Mokka-Kanne oder Caffettiera

Auch wenn immer mehr Bundesbürger und Österreicher sich eine der Profi-Kaffeemaschinen anschaffen, in Italien findet man im Haushalt vor allem die typische Mokka-Kanne. Die sechseckige Kanne wird aus Aluminium oder Edelstahl gefertigt und funktioniert nach einem einfachen Prinzip: In den unteren Teil wird Wasser gefüllt, in das Sieb kommt der Kaffee, der je nach Mahlgrad fest oder weniger fest zusammengedrückt wird. Oberes und unteres Teil werden dann zusammengeschraubt und auf die Herdplatte gestellt.

Sobald das Wasser heiß wird, presst es sich durch das Kaffeepulver – der obere Teil füllt sich mit aromatischem Kaffee. Zwar ist dieser kein „echter“ Espresso mit Crema, denn dafür ist der Druck zu niedrig. Trotzdem schmeckt der Kaffee lecker und kommt an das Aroma des Espressos heran.  Mokka-Kannen gibt’s im Handel ab ca. 15,00 Euro – der italienische Klassiker sind die „caffetiere“ der italienischen Firma Bialetti, z.B. die „Moka Express“. Alfonso Bialetti entwickelte die Espressokanne in ihrer heutigen Form kurz nach dem Zweiten Weltkrieg.